Blogeinträge

Wurzeln

Wurzeln

Eingezäunt auf dem Gebiet einer ehemaligen Plantage in South Carolina, die heute als Wohnsiedlung für wohlhabende Weiße dient, befindet sich dieses Stückchen Wald, das nicht bebaut werden darf. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich um einen früheren Sklavenfriedhof handelt, auf dem Männer, Frauen und Kinder begraben wurden, die einst auf der Plantage arbeiteten. Menschen, für die es weder Grabsteine noch Hinweise auf ihre Herkunft oder ihre Namen gibt. Sie wurden wie eine Handelsware direkt aus Afrika „importiert“ oder bereits auf der Plantage als Kinder von Sklaven geboren. Als Eigentum des weißen Plantagenbesitzers hatten sie jede ihnen aufgetragene Arbeit zu erledigen, ohne jemals einen Gegenwert dafür zu erhalten. Unter erbärmlichen Lebensbedingungen und ohne Schutz vor Willkür oder Gewalt mehrten diese Menschen den Reichtum ihrer Besitzer, die nach Belieben über sie verfügen konnten. Die damaligen Verhältnisse machten auch vor Familien nicht halt, die jederzeit auseinandergerissen werden konnten, wenn einzelne Mitglieder verkauft oder an andere Orte verschickt wurden. Über die einzelnen Schicksale und die Lebensgeschichten der dort Begrabenen kann man nur spekulieren.

Wer waren diese Menschen und aus welchen Ländern hatte man sie gewaltsam in die „neue Welt“ gebracht? Wie kamen sie mit ihrer ausweglosen Situation zurecht? Und wie hat sich dies alles auf die Biografien der nachfolgenden Generationen ausgewirkt?

(Bildquelle: Rihab Dubau)

Erinnerungen


Neulich in der Regionalbahn nach Fulda. Es ist ein sonniger Tag, die Sonnenstrahlen scheinen durch das Fenster und ich schließe für eine Weile die Augen. Um mich herum befinden sich keine anderen Menschen. Daher ist es bis auf die Fahrgeräusche recht ruhig im Wagen. Räder, die in Schienen dahingleiten, ab und zu ein kleiner Ruck. Während ich diese Sinneseindrücke in mich aufnehme, kommen mir Bilder aus früheren Zeiten in den Sinn:

Züge, bei denen man das Fenster öffnen konnte. Den Kopf in den Fahrtwind hängen, am Bahnhof mit einem letzten Händedruck oder einem Winken Abschied nehmen, sich noch etwas zurufen. Im Zug dann oft ein nettes Miteinander unter den Reisenden, man grüßte sich, unterhielt sich vielleicht mit dem Nachbarn. Vesperpakete wurden ausgepackt. Manchmal die Frage: Möchten Sie vielleicht auch etwas? Wenn man WC oder Speisewagen aufsuchen wollte, konnte man Mitreisende bitten, ein Auge auf die Sachen zu haben. Die gemeinsame Fahrt im Zug machte die Fahrgäste für eine Weile zu einer Gemeinschaft. Es war sicher und meist auch gemütlich. Älteren Personen oder Frauen wurde dabei geholfen, das Gepäck über dem Sitz zu verstauen. Pünktlich trafen die Züge der Deutschen Bundesbahn am jeweiligen Zielort ein. Man verabschiedete sich von den Sitznachbarn und wünschte einander eine gute Reise.

Woher kommen all diese Erinnerungen und Bilder? Oft sind es die kleinen Dinge, so wie in diesem Fall ein vertrautes Fahrgeräusch, die sie wachrufen. Und so ist es auch in der Beschäftigung mit der eigenen Biografie. Ein bestimmter Sinneseindruck, ein Foto, eine Begebenheit erzeugen einen ganzen Reigen von Erinnerungen und den damit verbundenen Emotionen. Teile des eigenen Lebens, auch wenn sie lange zurück liegen, werden plötzlich wieder lebendig - man ist„mittendrin“, als ob es gerade erst geschehen ist.

(Bildquelle: www.pixabay.com  -  Erich Westendarp)

Draußen nur Kännchen

coffee break
Erinnern Sie sich an diese drei „magischen Worte“? Für mich klingen sie nach Wochenendausflug bei schönem Wetter mit anschließender Einkehr in einem Café. Nachdem man erfolgreich einen Tisch ergattert hatte, kam schließlich die Bedienung und nahm die Bestellung auf. Ein Stückchen Kuchen, eine Tasse Kaffee - „Draußen nur Kännchen“ hieß es dann und Ausnahmen waren nicht vorgesehen. Warum dies so war, ist mir nicht bekannt und eigentlich ergab es keinen Sinn. Aber der Satz ist haften geblieben in meiner Erinnerung und wenn ich ihn höre, verbinde ich ihn mit schönen Momenten, die ich gemeinsam mit lieben Menschen verbringen durfte. Welche Gedanken, welche Bilder kommen Ihnen, wenn Sie diese drei Worte hören?

(Bildquelle: pixabay.com  - AnnRos)

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